Farm in Afrika

„Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.“
– Konfuzius –

Hintergrund

Eines der Hauptanliegen der NGO La Nostra Africa ist die Verhinderung der Abwanderung der Massai in die Slums von Nairobi. Aus diesem Grunde muss ihre Existenz in ihrem Stammesgebiet abgesichert werden. Der Brunnen war ein notwendiger erster Schritt in die richtige Richtung. Der Bau von Kindergärten und Schulen ist notwendig, um den Kindern eine bessere Zukunft bieten zu können. Für die Erreichung einer langfristigen Standortabsicherung ist es aber notwendig, dass die Massai Hilfe zur Selbsthilfe bekommen, d.h. erst wenn sie zusätzliche Einnahmequellen haben, können sie langfristig in ihrem Stammesgebiet bleiben. Dadurch steigt ihre Unabhängigkeit und auch die Attraktivität des Ortes für zukünftige Generationen.

Massai Farm

Nach Aktivitäten zum Wohle der Allgemeinheit (Brunnen), der Kinder (Kindergärten und Schulen) und der Frauen (Massai Mamma Africa Center) soll es nun ein männerspezifisches Projekt geben. Das Projekt basiert auf dem Streben nach einer sinnvollen wirtschaftlichen Betätigung für die Massai Bevölkerung in der Savanne. Die Bevölkerung soll eine Perspektive für die Erzielung eines eigenen Einkommens und damit auch für wirtschaftliche Autonomie bekommen. Hilfe zur Selbsthilfe!

Die Idee einer Farm respektiert den kulturellen Hintergrund der Massai, die traditionellerweise Hirten sind. Sie besitzen bereits Erfahrung und Know-How im Umgang mit Tieren. Neben der Viehzucht werden in das Projekt auch noch Ackerbau und Milchwirtschaft integriert. Ein Student der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bologna betreut das Projekt im Rahmen seiner Dissertation.

Die Massai haben für das Projekt 18 ha Land zur Verfügung gestellt.

Vorgesehen sind vier Bereiche

  1. Ackerbau für den Anbau von Futtermais und angrenzendem Obst- und Gemüsegarten für die Verbesserung der Ernährungssituation der lokalen Bevölkerung. Ein Viertel der Maisernte soll verkauft und der Erlös für den Ankauf von neuem Saatgut verwendet werden. Drei Viertel werden als Tierfutter für die Kühe verwendet.
  2. Weideflächen für das Weiden und Grasen der Kühe.
  3. Stallbereich als Unterstand und Schutz für die Kühe vor der Hitze und in der Nacht.
  4. Deich für das Sammeln des Wassers während der Regenzeit (November bis März). Er soll die Farm mit Wasser für die Tiere und die Bewässerung versorgen. Das Fassungsvermögen des Deiches soll 1.600 qm Wasser (1.6 Mio Liter Wasser) betragen. Der Deich wird mit einer Abdeckung versehen werden, um die Verdunstung und Verschmutzung des Wassers zu verhindern.

Im Dezember 2016 wurden Bodenproben entnommen, die derzeit an der Universität Bologna untersucht werden, um die am besten geeignetste Maissorte zu bestimmen. Baubeginn ist Juli 2017.